VEREINIGUNG KATHOLISCHER ÄRZTE DER SCHWEIZ
ASSOCIATION DE MEDECINS CATHOLIQUES SUISSES
ASSOCIAZIONE MEDICI CATTOLICI SVIZZERI
Membre de la Féderation européenne (FEAMC) et internationale (FIAMC) d'associations de médicins catholiques


VKAS

Die VKAS unterstützt und fördert eine christliche Orientierung der Medizin. Dabei stützt sie sich auf das Lehramt der Katholischen Kirche. Das heisst insbesondere:

Die Vereinigung wird von ordentlichen Mitgliedern gebildet, d.h. von den in der Schweiz wohnhaften katholischen Ärzten und Medizinstudenten, welche die Zweckbestimmung der Vereinigung annehmen und den Jahresbeitrag entrichten (für Assistenzärzte reduziert, für Studierende frei). Außerordentliche Mitglieder sind natürliche und juristische Personen mit analoger Zielsetzung aus dem In- und Ausland, unabhängig von religiösem Bekenntnis. Außerordentliche Mitglieder und Ehrenmitglieder haben eine beratende Stimme.


Zur Abstimmung des Schweizervolkes über das neue Fortplanzungsmedizingesetz (FMedG) vom 5. Juni 2016

Wer davon ausgeht, dass bei der Befruchtung, d.h. bei der Vereinigung einer menschlichen Eizelle und einer menschlichen Samenzelle ein neues, nicht wiederholbares Menschenleben, eine neue Person entsteht (Mensch von Anfang an, „der Mensch wird nicht Mensch, sondern ist Mensch in jedem Stadium seiner Entwicklung“ gemäss dem berühmten Zitat von Erich Blechschmidt), kann den Entscheid des Schweizer Stimmvolkes, das neue FMedG, welches insbesondere die PID zulässt und regelt, mit 62,4 Prozent gutzuheissen, nur zutiefst bedauern. Die PID (Präimplantationsdiagnostik), bei welcher auf eine vollendete Schwangerschaft 30-40 Embryonen das Leben lassen müssen, ist eine menschenverachtende Methode mit der hybriden Anmassung, sog. lebenswertes von sog. lebensunwertem Leben zu unterscheiden. Neben der präimplantatorischen genetischen Untersuchung dürfen laut neuem FMedG auch die Chromosomen auf Besonderheiten untersucht werden (Aneuploidie-Screening), d.h. Embryonen auf Trisomie etc. getestet werden. Zudem soll die PID allen Paaren, die sich zu einer IVF (In vitro Fertilisation) entschliessen, offenstehen. „Social sexing“ zur Elimination weiblicher Embryonen und vorbereitende Untersuchungen zur „Herstellung“ von Retterbabys sind weiterhin verboten. Wie lange noch? Eine nächste Gesetzesrevision wird wohl solche Techniken zulassen, dem Gesetz der schiefen Ebene folgend. Denn die Forschung mit den Reproduktionstechniken hat jeweils nur den nächsten Schritt im Auge, die Gesetzgebung hinkt dann hinten nach und beugt sich vor der normativen Kraft des Faktischen. Voraussetzung für die PID ist die IVF, mit welcher schon in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts der bioethische Rubikon überschritten worden ist.

Für die Vereinigung katholischer Ärzte der Schweiz
Dr. med. Nikolaus Zwicky-Aeberhard, Past Präsident


Gebet des Arztes

Vater im Himmel, Du hast den Menschen nach Deinem Ebenbild geschaffen und ihn zur Liebe berufen. Krankheit und Tod sind Folgen der Erbsünde. Du aber willst, dass alle Menschen gerettet werden. Darum hast Du deinen Sohn als Erlöser gesandt. Dafür danken wir Dir und lobpreisen Dich.

Jesus Christus, unser Herr und Heiland, Du hast Sünden vergeben und Kranke geheilt. Du hast für uns gelitten und bist für uns gestorben. In Deiner Auferstehung hast Du den Tod besiegt. Als Arzt der Seele und des Leibes hast Du den Menschen gedient. Dafür danken wir Dir und lobpreisen Dich.

Heiliger Geist, unser Tröster und Beistand, Du bist ausgegossen in unsere Herzen, um uns zu helfen, die Liebe des dreifaltigen Gottes zu erwidern. Dafür danken wir Dir und lobpreisen Dich.

Vater im Himmel, lass uns in jedem Patienten ein Kind Gottes erkennen, ausgestattet mit der Würde, die jeder Person eigen ist, berufen zur ewigen Glückseligkeit bei Dir.

Jesus Christus, lass uns bei unserem Dienst des Heilens dir nachfolgen. Lass uns in jedem Leidenden Dein Anlitz erkennen und in jedem Kranken Dir dienen.

Heiliger Geist, gibt uns die Kraft, unseren Patienten beizustehen und sie zu trösten, wo leibliche Heilung nicht mehr zu erwarten ist. Hilf uns, die Grenzen unseres Handelns anzunehmen und unser Wirken immer wieder in Gottes Hand zu legen, der uns liebt jetzt und in Ewigkeit.
Amen

Christoph Casetti, 2005